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E-Bike Touren auf Korsika

Blog-Fahrrad
Schroffe Berggipfel, zauberhafte Küstenstraßen mit freier Sicht auf das Meer, verträumte Buchten – Korsika ist ein Paradies für Aktivurlauber, die mit dem Fahrrad die schönsten Regionen der Insel erkunden wollen. Ein E-Bike leistet bei diesem Vorhaben nützliche Dienste, denn Radtouren auf Korsika sind geprägt von einem ständigen Auf und Ab.
Korsika: Bergige Insel im Mittelmeer

Wer Korsika im Fahrradsattel erkunden will, muss über eine gute Kondition verfügen und darf sich nicht vom ständigen Auf und Ab zermürben lassen. Wie ein monolithisches Gebirge ragt die französische Insel aus dem Mittelmeer auf. Bis auf eine Höhe von 2.700 m erheben sich die Berge am Hauptkamm des Zentralmassivs. Dass rund 80 Prozent der Landfläche bergig sind, sagt einiges über den Charakter Korsikas als Reiseziel in einem Aktivurlaub aus. Steigungen von mehr als 10 % sind in der Bergregion im Inselinneren keine Seltenheit. Gut beraten sind diejenigen, die vorgesorgt haben und auf die Unterstützung eines Elektromotors setzen. E-Bikes sind im Begriff, Korsika zu erobern. Kein Wunder, bietet ein wenige PS-starker Elektromotor doch genügend Leistung, um selbst starke Steigungen im Fahrradsattel zu überwinden.

E-Bike Tour durch die Balagne

Zwischen Nebbio und Filosorma liegt am Fuß des 2.706 m hohen Berges Monte Cristo die zauberhafte Bergregion der Balagne. Kleine Dörfer mit mittelalterlichem Flair kleben wie Vogelnester an Felswänden oder thronen auf den Spitzen von Felsbuckeln hoch über der Ebene. Der permanente Wechsel von Steigungen und Abfahrten ist mit einem E-Bike kaum spürbar. Die Fahrt geht vorbei an Steinmauern, Olivenhainen und Obstgärten. An den Hängen ziehen sich Weinreben entlang und in den Dörfern laden kleine Cafés zum Genuss einer Tasse kräftigen korsischen Mokkas ein. Eine E-Bike Route durch die Balagne trägt den Namen „Straße der Handwerker" (Route des Artisan de Balagne). Die Strecke entführt die Pedalritter in die Welt der Messerschmiede, Imker, Instrumentenbauer und Töpfer. Die Handwerker haben ihre Werkstätten in den Untergeschossen mittelalterlicher Steinbauten eingerichtet und Besucher können ihnen bei der Arbeit über die Schulter schauen.

Mit dem E-Bike durch die Desert des Agriates
Desert des Agriates ist die Bezeichnung für einen wüstenähnlichen Küstenstreifen an der Nordküste Korsikas, der sich zwischen der Hafenstadt Saint-Florent und der Flussmündung des Ostriconi erstreckt. Die Desert des Agriates ist eine Stein- und Macchiawüste, in der die Sonne unbarmherzig vom Himmel brennt. Schatten spendende Olivenhaine, Steineichenwälder oder Pinien gibt es nicht, dafür erwarten die Radfahrer traumhafte Badestrände mit kristallklarem Wasser. Über befestigte Sandwege geht es durch flache Macchia bis zur Plage de Loto, die ihre Besucher mit hellem Sand und türkisfarbenem Meer empfängt. Eingerahmt von flachen Hügeln liegt hinter dem Strand eine idyllische Lagune. Wer den Rückweg nach Saint-Florent nicht mit dem E-Bike zurücklegen will, fährt mit dem Boot zurück in das Hafenstädtchen. Früher war die Desert des Agriates eine fruchtbare Region, wie der Beiname „Kornkammer Genuas" verrät. Heute sind die hügeligen Weiten weitestgehend unbewohnt, wovon Radfahrer profitieren, die abseits der Touristenströme die ursprüngliche Seite Korsikas suchen.

Küstenradtour in den Calanches de Piana
Über der Bucht von Porto erstreckt sich mit den Calanches de Piana eine Felslandschaft, die im Jahr 1983 in die Liste des UNESCO-Weltnaturerbes aufgenommen wurde. Eine Radtour mit dem E-Bike auf der kurvenreichen Küstenstraße am Golf von Porto ist ein unvergessliches Erlebnis. Die roten Granitfelsen der Calanches bilden einen atemberaubenden Kontrast zum Marineblau des Mittelmeeres. Der Elektromotor kommt immer dann zum Einsatz, wenn größere Steigungen überwunden werden müssen und davon gibt es auf der Küstenstraße einige. Die Radtour geht vorbei an mystisch anmutenden Felsformationen, deren Form mal an eine Schildkröte, mal an einen Hundekopf und mal an die ausgebreiteten Schwingen eines Adlers erinnert. Die bizarren Formen sind durch Verwitterungsprozesse entstanden, denn seit Jahrtausenden nagen Wind und Regen an den roten Granitfelsen.

Richtung Porto geht es vorbei am sogenannten Teufelsloch Capu Tafonato und am Paglia Orba. Der 2.525 m hohe Berg mit seinem vegetationslosem Gipfel erinnert auf den ersten Blick an das Matterhorn in der Schweiz. Im Fangotal, das vom gleichnamigen Fluss in das Felsgestein gegraben wurde, laden natürlich entstandene Badegumpen zu einer Abkühlung ein. Wenn der Anstieg zur Passhöhe Bocca a Palmarella ansteht, ist jeder Teilnehmer an der E-Bike-Tour froh über die Unterstützung durch den Elektromotor. Bis auf eine Höhe von 406 m windet sich die Küstenstraße empor und am höchsten Punkt befindet sich die Grenze zwischen Nord- und Südkorsika.

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