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Klettern auf Korsika - vom Anfänger bis zum Profi

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Sportklettern oder Bouldern, Granit, Sandstein oder Schiefer – Korsika bietet mit seinen tiefen Schluchten, mächtigen Steilwänden und spektakulären Felstürmen optimale Bedingungen zum Klettern. Outdoor-Aktivisten dürfen sich auf Kletterrouten in sämtlichen Schwierigkeitsstufen und mehrere Kletterparks freuen.

Klettern auf Korsika: Zwischen Schiefer, Granit und Sandstein
Mehrere unterschiedliche Gesteinsarten machen das Klettern auf Korsika so abwechslungsreich und spannend. Am Südende der Insel, rund um Bonifacio, dominiert weißer Kalksandstein die Bergregionen. Erinnerungen an die Dolomiten werden wach angesichts der hellen Felsformationen mit ihrer zerklüfteten Oberfläche. In den östlichen Teilen Korsikas und am Cap Corse im äußersten Norden ragen Schieferwände auf. Am häufigsten verbreitet ist auf der französischen Mittelmeerinsel jedoch Granit. Ca. 80 Prozent der Gesamtoberfläche Korsikas wird durch dieses Gestein geprägt.

Eine große Anziehungskraft üben die sogenannten Tafonifelsen auf Sportkletterer aus. Tafoni ist das Resultat jahrtausendelanger Verwitterung. Regen, Wind und Sonnenschein haben tiefe Furchen in den harten Granit geschnitten. Im Verlauf von Jahrtausenden entstanden breite Risse, spektakuläre Überhänge, Löcher, die als Griffmulden dienen, Platten und Felsnadeln. Das Granitgestein auf Korsika ist rau, aber griffig. Im Inselinneren erstrecken sich tiefe Canyons, die von rauschenden Wildbächen durchflossen werden. Neben klassischen Sportkletterrouten, die meisten sind Mehrseillängenstrecken, gibt es Boulderfelsen und Kletterparks sowie leichte Einsteigergebiete für Kinder wie die rötlichen Felsen bei L'Île-Rousse in der Balagne.

Klettern im Bavella-Massiv
Den Beinamen „Dolomiten Korsikas" hat sich die Bergregion Aiguilles de Bavella redlich verdient. Unwillkürlich fühlen sich Kletterenthusiasten an den berühmten Rosengarten erinnert, sobald die 7 Felstürme des Bavella-Massivs in das Blickfeld geraten. Punta Alta ist mit einer Höhe von 1.855 m der höchste Felsturm des Bergmassivs. Ausgangspunkt für Kletterpartien in dieser zerklüfteten Bergwelt ist der Col de Bavella. Der Pass liegt auf einer Höhe von 1.218 m und am höchsten Punkt bietet sich ein grandioser Ausblick auf die Felstürme. Nach nur 10 Minuten Fußweg sind die ersten Felsen erreicht. Über 100 Sportkletterrouten in den Schwierigkeitsstufen von 3c bis 7c ziehen sich durch die Wände. Sie sind zwischen 12 und 25 m hoch. Darüber hinaus gibt es rund 50 Mehrseillängenrouten, die einen guten Orientierungssinn voraussetzen.

Restonica-Tal: Kletterhotspot bei Corte
Das wildromantische Restonica-Tal bei Corte lässt nicht nur die Herzen von Wanderern höher schlagen. Kletterenthusiasten dürfen sich auf ca. 200 Sportkletterrouten in den Schwierigkeitsstufen 3 bis 8a+ freuen, die durch die zerklüfteten Tafonifelsen führen. Nirgendwo sonst auf Korsika ist das Granitgestein dermaßen zerfurcht wie im Restonica-Tal. Teilweise ragen riesige Gesteinszapfen wie Dornen aus den Felswänden, während anderenorts tiefe Risse und Spalten überwunden werden müssen. An Überhängen hangeln sich Profis von Zapfen zu Zapfen. Die Zugänge zu den einzelnen Klettersektoren sind leicht und überschaubar. Maximal 20 Minuten Fußweg müssen Sie einplanen, um zu den Kletterspots zu gelangen. Auch Alpinklettern ist im Restonica-Tal möglich. Die meisten Routen sind mit soliden Bohrhaken ausgestattet und machen den Einsatz von Klemmkeilen nahezu überflüssig.

Bouldern auf Korsika
Boulderfans finden auf der gesamten Mittelmeerinsel Felsblöcke, die sich zum Freihandklettern ohne Sicherung eignen. Ein Hotspot ist einmal mehr das Restonica-Tal, das vom gleichnamigen Fluss durchflossen wird. Granitblöcke mit tiefen Furchen und Rissen liegen sowohl am Flussufer als auch oberhalb der Straße im Wald. Der Schwierigkeitsgrad der Boulder-Routen liegt zwischen 3 und 7. Viele Griffmulden und Zapfen bieten Halt. Festes Schuhwerk und lange Boulder-Hosen sind allerdings erforderlich, da viele Granitblöcke von Dornengestrüpp umwuchert sind. Nach der Kletterpartie laden die mit Wasser gefüllten Gumpen zu einem erfrischenden Bad ein. Im Süden Korsikas liegt ein reizvolles Bouldergebiet westlich von Bonifacio. Am Strand von Capineru liegen Felsblöcke mit rauer Oberfläche direkt am Meer. Eine ähnlich reizvolle Kulisse bietet sich Ihnen am Strand von Palombaggia, wo mannshohe Felsblöcke direkt am Wasser aufragen.

Kletterparks für Einsteiger
In Kletterparks und Hochseilgärten auf Korsika können sich Einsteiger mit den Grundlagen des Klettersports vertraut machen. Zu den ältesten Hochseilgärten der Mittelmeerinsel gehört das Areal am Sandstrand von Calvi. Hier treffen sich im Sommer Jugendliche verschiedener Nationalitäten, um die 40 Klettermöglichkeiten zu testen. Der größte und bekannteste Hochseilgarten ist der Abenteuerparcours Vero, der auf 13 Kletterparcours zahlreiche Elemente wie Seilbahnen, Affenbrücken, Lianen und Baumstämme zu bieten hat. Im Hochseilgarten von Ghisoni erwarten kletterbegeisterte Kinder und Erwachsene mehr als 40 Klettermöglichkeiten. Der Kletterpark ist mit hölzernen Plattformen, Netzen, Stahlseilen und einer 250 m langen Seilbahn ausgerüstet. Zu einer Pause unter dem Schatten spendenden Dach alter Pinien lädt ein Restaurant am Rastplatz ein.

Korsika Urlaub mit Kindern