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Radfahren auf Korsika

Radfahren

Verträumte Wälder, ungezähmte Flüsse, feinsandige Strände und ein Hochgebirge in der Inselmitte – Radfahren auf Korsika ist wie ein Rendezvous mit der Natur. Allerdings sind die Touren auf der Mittelmeerinsel nur für konditionsstarke Pedalritter geeignet.

Konstantes Auf und Ab auf Korsika
„Insel der Schönheit" nannten die alten Griechen die Mittelmeerinsel Korsika einst. Zurecht, denn die wilde Insel ist ein Sehnsuchtsort mit mediterranem Klima. Die Bedingungen zum Radfahren könnten ideal sein, wäre nicht das gewaltige Hochgebirge in der Inselmitte, dessen Ausläufer auch das Landschaftsbild in den Küstenregionen prägen. Hoch und runter geht auf den Straßen im Gebirge. Mehr als 80 Prozent der gesamten Insel sind bergiges Gelände. Doch konditionsstarke Radler lassen sich von 10-prozentigen Steigungen und Höhenunterschieden von bis zu 1.800 m nicht abschrecken. Unermüdlich klettern sie die gewundenen Straßen zu den Pässen Col de Battaglia und Col de Vergio hinauf. Mountainbiker sind bei den knackigen Anstiegen klar im Vorteil gegenüber Rennradfahrern. Die Unterschiede gleichen sich auf den Abfahrten wieder aus. Bergab sind Rennradfahrer die Gewinner und Mountainbiker werden bei Geschwindigkeiten von bis zu 60 km/h kompromisslos überholt.

Radfahren auf Korsika in den Sommermonaten
Während andere Radelregionen am Mittelmeer vornehmlich im Frühjahr und Herbst von Radfahrern aufgesucht werden, ist für Klettertouren auf Korsika der Hochsommer die beste Reisezeit. Oberhalb von 1.000 m weicht die drückende Hitze der Küstenregionen angenehmen Temperaturen. Oberhalb von 1.500 m sind milde 23 Grad perfekt geeignet für Kletterpartien in den Bergen. Zwar ist Korsika ein sonnenverwöhntes Reiseziel, doch im Bergland sind im Frühjahr und Herbst Regenschauer keine Seltenheit. Die Nässe in Kombination mit niedrigen Temperaturen macht das Radfahren schnell zu einer quälenden Angelegenheit. Wer sich trotzdem im Frühjahr oder Herbst in den Fahrradsattel schwingen will, sollte wasserdichte Kleidung im Reisegepäck mitführen. Ganz ungefährlich sind Mountainbiketouren bei regnerischem Wetter in den Bergen nicht. Nach starken Regenfällen können Bergbäche anschwellen und über die Ufer treten.

Radtour zu den Bergdörfern in der Balagne
Für viele Urlauber gehört die Balagne zu den schönsten Regionen Korsikas. Die Hügellandschaft liegt im Nordwesten der Insel und wird aufgrund der fruchtbaren Böden als Korsikas Garten bezeichnet. Eine Radtour zu den malerischen Bergdörfern der Balagne startet optimalerweise in Calvi. Vorbei an niedrigen Steinmauern und grasenden Eseln geht es unter schattigen Steineichen und Olivenbäumen in das Bergland. Auf felsigen Anhöhen thronen kleine Bergdörfer wie Trutzburgen. Die ocker- oder terrakottafarbenen Natursteinhäuser scheinen direkt aus dem Fels zu wachsen. Mit dem Mountainbike folgen Pedalritter der Route des Artisan de Balagne (Straße der Handwerker). Diese markierte Route führt an den schönsten Ortschaften im Bergland vorbei. Genügend Zeit sollte für die Radtour eingeplant werden, denn unterwegs können Sie den Kunsthandwerkern in ihren Werkstätten bei der Arbeit über die Schulter schauen. Töpfer, Imker, Messerschmiede und Instrumentenbauer widmen sich mit großer Hingabe dem traditionellen Handwerk.

Klettertouren zu Bergpässen
Wer zum Radfahren nach Korsika kommt, kennt die Herausforderungen, die auf der Insel warten. Ungeachtet aller Schwierigkeiten können es Mountainbike-Freaks kaum erwarten, die gewaltigen Steigungen zu den Gebirgspässen in Angriff zu nehmen. Zu den schwierigsten Touren gehört die Kletterpartie zum Col de Battaglia. Sie ist Teil der Panoramatour Ile Rousse, die auf einer Länge von knapp 70 km von Calvi durch die Balagne führt. Ausdauernde Mountainbiker überwinden die 900 Höhenmeter durch den Einsatz von Muskalkraft. Wer über weniger Kondition verfügt, nimmt für einen Teil der Strecke den Bus mit Radanhänger. Viele Radler legen sogar den kompletten Anstieg im Bus zurück und schwingen sich erst auf der Passhöhe in den Fahrradsattel. Nicht weniger mühsam ist die Klettertour zum Col de Vergio. Auf einer Höhe von 1.457 m befindet sich die Passhöhe und fast immer weht hier oben eine frische Brise. Die Abfahrt nach Porto ist ein rasanter Ritt im Sattel, bei dem Rennradfahrer mit Geschwindigkeiten jenseits der 50 km/h den Berg hinunterjagen.

Radfahren und Schwimmen: Perfekte Kombination auf Korsika
Auf Korsika lassen sich Aktivitäten wie das Radfahren und entspannte Freizeitaktivitäten wie das Schwimmen oder Schnorcheln hervorragend miteinander kombinieren. Wer viel Zeit hat, kann eine Küstenrundfahrt in Angriff nehmen. Die Radtour beginnt in Bastia an der Nordostküste und führt über das malerische Cap Corse und Saint-Florent an die Westküste Korsikas. In Porto oder Ajaccio endet die Tour mit einem Bad an idyllisch gelegenen Traumstränden. Unterwegs laden zahlreiche Buchten und Strände zu einem Bad in den kühlen Fluten des Mittelmeeres ein. Zu den Highlights an der Westküste zählen die Strände von Propriano und Galéria, während im Osten die Landzunge von Biguglia ein Bade- und Schnorchelparadies ist. Ein nahezu menschenleeres Radlerparadies für Mountainbiker ist die Region Desert des Agriates im Nordwesten Korsikas. Das wüstenartige Terrain ist nur spärlich mit niedriger Macchia bewachsen. Dafür haben Radler die zauberhaften Sandstrände ganz für sich allein, denn abgesehen von einigen wenigen Urlaubern mit geländegängigen SUVs verirren sich keine Touristen in die abgelegene Küstenregion.

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