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Windsurfen auf Korsika

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Aus irgendeiner Richtung weht der Wind auf Korsika immer. Optimale Voraussetzungen also für Windsurfer, um von malerischen Stränden aus zu einem wilden Ritt auf den Wellenkämmen aufzubrechen.

Korsika: Ganzjahresrevier zum Windsurfen
Die gute Nachricht für alle eingefleischten Windsurfer: Korsika ist ein Ganzjahressurfrevier. Von Januar bis Dezember tummeln sich die Wassersportler auf dem Meer, wenngleich in den Sommermonaten ein ungleich größerer Andrang auf der Wasserfläche herrscht, als im Winter. In der kalten Jahreszeit liegt die Wassertemperatur in den Küstengewässern zwischen 12 und 15 Grad. Ein Neoprenanzug bietet unter diesen Bedingungen den besten Schutz gegen die Kälte. Weht der Mistral aus Richtung Nordwesten, trägt er im Winter häufig Regen im Gepäck. Im Sommer sorgt er hingegen für anhaltend sonniges Wetter. Wer in der kalten Jahreszeit zum Windsurfen nach Korsika kommt, muss die Ausrüstung mitbringen, da die Surfschulen und Ausleihstationen geschlossen sind. Ab Mai öffnen die Einrichtungen an den Stränden wieder und bieten das passende Equipment zur Miete an. Zwischen Juni und September können Neueinsteiger einen Surfkurs belegen und die Techniken des Windsurfens unter professioneller Anleitung erlernen.

Wind aus allen Himmelsrichtungen
Den Beinamen „Insel der Winde" hat sich Korsika redlich verdient. Aus allen Himmelsrichtungen pfeifen insgesamt sieben Winde über die Insel. Manche, wie der Scirocco, führen heiße Wüstenluft aus der Sahara heran. Aus Richtung Ost und Nordost wehen der Levante und der Grecale. Sie lassen die Herzen von Windsurfern an der korsischen Ostküste höher schlagen. Nicht zu unterschätzen sind die thermischen Winde, die aufgrund der Inseltopografie entstehen. In der Inselmitte erheben sich Gebirgszüge mit bis zu 2.700 m hohen Gipfeln. Dort bilden sich thermische Luftströmungen, die entweder als ablandige Winde die Flanken der Berge hinunterjagen oder als auflandige Winde von der Seeseite aus wehen. Am häufigsten bekommen es Windsurfer auf Korsika mit dem Mistral zu tun. Dieser bildet sich durch die Düsenwirkung des Rhone-Tales und pfeift aus Richtung Nordwesten über das Meer. Im Sommer verjagt er die Wolken und sorgt für eine exzellente Fernsicht von den Bergen.

Erstklassige Surfspots im Süden
Surfspots gibt es auf Korsika überall dort, wo Strände den Einstieg in das Wasser ermöglichen. Die Hotspots liegen jedoch an der Südküste an der Bucht von Figari. Entweder weht der Wind aus Richtung Nordost oder aus Richtung Südwest. Zahlreiche Buchten verfügen über ausgedehnte Flachwasserzonen. Über etwas Erfahrung sollte man allerdings verfügen, denn die Winde an der Südküste können tückisch sein. Die Straße von Bonifacio, eine Meerenge, die Korsika und Sardinien voneinander trennt, wirkt wie eine Düse. An über 150 Tagen im Jahr werden Böen mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 80 km/h gemessen. Das ist nichts für ungeübte Windsurfer, die ihre ersten Ausflüge auf den Wellenkämmen planen. Weitere Hotspots an der korsischen Südküste sind die Bucht von Santa Manza und die flachen Sandstrände von Piantarella. Windsurfer müssen lediglich einigen Felsen ausweichen, die nur knapp über der Wasseroberfläche aufragen.

Shorebreak und Off-Winde an der Ostküste
Wenn der Levante oder der Grecale wehen, heißt es für Windsurfer an der korsischen Ostküste: Rauf aufs Board und das Segel in den Wind stellen. In Abhängigkeit von der Windgeschwindigkeit kommt es zu Shorebreak. Geübte Surfer nutzen die brechenden Wellen für gewagte Sprünge. Die Thermik am Rande des Hochgebirges sorgt außerdem dafür, dass in dieser Region häufig Off-Winde entstehen. Vorsicht ist in diesem Fall geboten, denn die ablandigen Winde treiben die Windsurfer von der Küste weg auf das Meer hinaus. Perfekt zum Windsurfen geeignet ist das Cap Corse an der Nordspitze Korsikas. Bei starkem Wellengang sollten Segel und Windsurfboard gegen ein Surfboard zum Wellenreiten eingetauscht werden.

Windsurfen in Calvi und Algajola
Die felsige und zerklüftete Westküste Korsikas hat nur wenige einladende Surfregionen zu bieten. Dazu gehören die langen Strände von Calvi und Algajola. Hier haben sich einige Surfschulen und Ausrüster niedergelassen. Die Bedingungen zum Windsurfen sind perfekt. Vor allem für Anfänger sind die seichten Küstengewässer hervorragend geeignet. Wenn der Mistral aus Richtung Nordwesten weht, herrscht ablandiger Wind, was die Gefahr, auf das Meer hinausgetrieben zu werden, minimiert. Lediglich die Meeresströmungen müssen stets beachtet werden. Während Einsteiger am Strand von Algajola erstklassige Bedingungen vorfinden, sind die Strände rund um Saint Florent nur für erfahrene Surfprofis geeignet. In dieser Region ragt das Nebbio-Gebirge an der Küste auf, was häufig zum Entstehen ablandiger Winde führt. Wer Gelegenheiten zum Windsurfen abseits der touristischen Hotspots sucht, kommt an den Sandstränden der Desert des Agriates auf seine Kosten.

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