Korsika Flüsse & Seen – mediterrane Wildnis

 

Korsika Flusse Korsika

Wild und ungebändigt fließen die Flüsse auf Korsika aus dem Gebirge kommend in das Mittelmeer. Auf ihrem Weg zur Mündung rauschen sie durch tiefe Schluchten, stürzen als Wasserfall über Felskanten und bilden tiefe Gumpen, die in den Sommermonaten zu einem erfrischenden Bad einladen.

 

Flüsse auf Korsika

Golo – der längste Fluss Korsikas

Der Golo ist mit einer Länge von 89 km der längste Fluss Korsikas. Er entspringt am Fuß des Berges Paglia Orba und durchbricht mit einem starken Gefälle und unter Bildung zahlreicher Wasserfälle das Gebirge. Am Mittellauf wird der Fluss zum Calacuccia-Stausee angestaut, bevor er in der Nähe von Bastia in das Meer mündet. Der Golo ist ein Wildwasserfluss, der am Unterlauf zu Kajaktouren einlädt und im Gebirge perfekte Voraussetzungen für Canyoning-Abenteuer bietet.

 

Badegumpen am Fluss Fango

Der Fluss Fango durchfließt das gleichnamige Gebirgstal. Wie eine Schneise schneidet sich das wildromantische Tal in das Gebirge ein und am Ende ragt der 2.525 m hohe Paglia Orba mit seinem schroffen Felsgipfel auf. Eine Wanderung entlang des Flusses ist Abenteuer pur, denn der Flusslauf wurde nie begradigt.

Wissenswert: Tiefblaue Badegumpen laden unterwegs zu einer Abkühlung ein. Die Wasserbecken werden eingerahmt von Felsgestein und verfügen teilweise über kleine Kiesstrände.

Am Taleingang überspannt eine alte Genueserbrücke den Fango und unter ihr liegt eine tiefe Gumpe. Wagemutige stürzen sich bereits an diese Stelle von den rötlichen Felsen in das Wasser.

 

Tavignano – der Grenzfluss im Zentrum

Der Tavignano entspringt im Regionalen Naturpark Korsika und schlängelt sich auf einer Länge von mehr als 80 km bis zum Mündungsgebiet bei Aléria durch die Berglandschaften. Er bildet die natürliche Grenze zwischen den Départements Haute-Corse im Norden und Corse-du-Sud im Süden. Der Fluss durchfließt das wildromantische Tavignano-Tal, das nicht über Straßen erschlossen ist und nur von Wanderern erkundet werden kann. Am Oberlauf erstreckt sich die eindrucksvolle Schlucht Gorges du Tavignano und am Unterlauf kann der Fluss paddelnd mit dem Kajak erkundet werden. Einige Badegumpen mit glatt geschliffenen Felsen liegen an der alten Genueserbrücke, die rund zwei Wegstunden vom Taleingang entfernt den Fluss überspannt.

 

Ostriconi – Wildfluss mit Lagune

Der Fluss Ostriconi mündet nördlich von Calvi in das Meer und bildet in seinem Mündungsgebiet ein verzweigtes Delta. Das gleichnamige Tal war einst ein Zentrum des Olivenanbaus auf Korsika und ist heute ein populäres Ziel für Reitausflüge und Wanderungen. Im Ostriconi-Delta bildet der Fluss eine Lagune direkt hinter dem Strand. Der warme, flache Süßwassersee lädt schon zum Baden ein, wenn die Temperaturen des Meerwassers noch keine Badefreuden zulassen. In Abhängigkeit von der Jahreszeit und der Niederschlagsmenge müssen Sie erst den Fluss durchwaten, bevor Sie am dunklen Sandstrand relaxen können.

 

Figarella – Flüsschen im Wald von Bonifato

Mitten durch den Wald von Bonifato, rund 20 km vom Ferienort Calvi entfernt, plätschert das Flüsschen Figarella durch eine atemberaubende Berglandschaft. Im Sommer, wenn der Wasserstand niedrig ist, tauchen die zahlreichen kugelrund geschliffenen Findlinge in der Flussmitte auf. Der Fluss bildet an mehreren Stellen flache Gumpen, die zu einem erfrischenden Bad einladen. An den steilen Felswänden am Oberlauf des Flüsschens liegen zahlreiche Kletterrouten.

 


 

Korsika Seen

Seen auf Korsika

Sie schimmern smaragdgrün oder kobaltblau und liegen eingerahmt von schroffen Felsen oder grünen Hügeln im Gebirge oder im Hinterland der Küste: Korsikas Seen.

Bei den meisten Binnengewässern handelt es sich um Karseen, die nach dem Abschmelzen der Hochgebirgsgletscher am Ende der letzten Eiszeit entstanden sind. Das Restonica-Tal im Herzen Korsikas ist ein populäres Wandergebiet im Hochgebirge. Steile Felswände aus grauem Gestein, kugelrunde Findlinge, knorrige Schwarzkiefern und der rauschende Restonica-Fluss prägen das Landschaftsbild.

In dieser idyllischen Bergregion liegt auf einer Höhe von 1.710 m der tiefblaue Lac de Melo. Der ehemalige Gletschersee ist nur zu Fuß zu erreichen und speist den Restonica-Fluss.

An den Sumpfwiesen an seinem Ufer nimmt ein Wanderweg zum Capitello-See seinen Anfang. Er befindet sich auf einer Höhe von rund 2.000 m und wird von hellen Felsen eingerahmt. Bedingt durch die Höhenlage ist der See acht Monate im Jahr zugefroren.

Wissenswert: Der Lac de Capitello ist mit rund 40 m der tiefste natürliche See Korsikas.

Rund 60 m höher liegt mit dem Oriente-See einer der schönsten Bergseen Korsikas am Fuß des Monte Rotondo.

 

Bergseen im Monte-Cinto-Massiv

Das Monte-Cinto-Massiv erstreckt sich im Nordwesten Korsikas. Namensgeber für die Bergregion ist mit dem 2.706 m hohen Monte Cinto der höchste Gipfel Korsikas. Unterhalb des Gipfels liegt der malerische Cinto-See auf einer Höhe von knapp 2.300 m. Der typische Karsee entstand nach dem Abschmelzen der Gletscher und schimmert türkisfarben im hellen Sonnenlicht. In einem Umkreis von zwölf Kilometern liegen der Lac Lancone und der Lac de Nino. Letzterer liegt umgeben von sumpfigen Wiesen auf einem Hochplateau in einer Höhe von 1.740 m. Der Wanderweg zum See ist Teil der Fernwanderstrecke GR 20 und führt von einem Parkplatz durch einen Kiefernwald und über steinige Geröllfelder.

 

Korsika Seen vor eindrucksvoller Bergkulisse

Eine Wanderung im Hochgebirge führt auf den Gipfel des 2.389 m hohen Monte d'Oro, wo zwei idyllische Bergseen auf halber Strecke zu einer Rast einladen. Auf einer Höhe von 1.563 m liegt der kleinere Petit lac d'Oro. Weitere 400 Höhenmeter müssen Sie überwinden, um an den Grand lac d'Oro zu gelangen. Schroffe Felsen und Geröllfelder rahmen den tiefblauen Karsee ein und das Wasser ist selbst im Hochsommer eiskalt. Rund 60 km südlich von Corte erhebt sich der 2.352 m hohe Monte Renoso, unter dessen Gipfel der malerische Lac de Bastiani auf einer Höhe von 2.090 m liegt. Letzte Schneefelder halten sich am Nordhang des Berges bis zum Frühsommer und spiegeln sich in der spiegelglatten Wasseroberfläche des Karsees.

 

Der Lagunensee von Biguglia

Rund acht Kilometer südlich von der Hafenstadt Bastia erstreckt sich mit dem Étang de Biguglia der größte Lagunensee Korsikas. Er bedeckt eine Fläche von 1.450 Hektar und an seinen Ufern liegt ein artenreiches Naturschutzgebiet. Rosafarbene Flamingos stelzen durch die seichten Uferzonen und die Schilfränder und Salzwiesen bieten mehr als 120 Wasservogelarten perfekte Lebensbedingungen. Die sumpfigen Regionen werden von Sumpfschildkröten und Geckos bevölkert. Der Lagunensee ist ein überaus fischreiches Gewässer und die Heimat von Aalen, Meeräschen, Hechten und Karpfen. Aus Umweltschutzgründen sind die kommerzielle Fischerei und das Angeln allerdings seit Jahren untersagt.