Bräuche auf Korsika

Weihnachten mao in photo stock.adobe.com kAlte Bräuche und Traditionen sind Bestandteil des korsischen Kulturgutes und werden von der Bevölkerung gepflegt. Büßer-Prozessionen zum Osterfest, das Entzünden der Weihnachtsfeuer und prächtige Karnevalsumzüge in Sartène gehören zum traditionellen Brauchtum auf der Mittelmeerinsel.

 

Weihnachten: Weihnachtsfeuer und Papa Noël

Weihnachten auf Korsika ist ein Fest, das von mehreren Ritualen begleitet wird. Wohnhäuser, Kirchen und öffentliche Gebäude werden opulent geschmückt und mit Lichtinstallationen in Szene gesetzt. Aus dem 17. Jahrhundert stammt der Brauch, am Heiligabend ein Weihnachtsfeuer zu entzünden. Kinder sammen trockne Holzscheite und schichten sie auf dem Marktplatz vor der Pfarrkirche auf. Am Abend wird das Holz entzündet und nach der Christmesse tragen die Dorfbewohner die Glut nach Hause, um ein prasselndes Kaminfeuer damit zu entzünden. Auch auf Korsika bringt der Weihnachtsmann die Geschenke. Bekannt ist der Alte mit dem weißen Bart auf der Insel als Papa Noël und in den Familien wird bei festlicher Stimmung das französische Weihnachtslied „Petit Papa Noël“ angestimmt.

 

Ostern: Büßer-Prozessionen und Osterlamm

Eine lange Tradition haben die Büßer-Prozessionen anlässlich des Osterfestes. Seit dem Mittelalter wird dieses Brauchtum gepflegt und spätestens in der Karwoche beginnen zwischen Cap Corse und Bonifacio die Vorbereitungen für das aufwendige Spektakel. Blumengebinde und Palmblätter schmücken die Altäre in den Kirchen und Musiker üben den polyphonen Gesang der traditionellen korsischen Musik ein. Die Büßer-Prozessionen werden aufwendig inszeniert. Büßer in blutroten Gewändern schleppen schwere Holzkreuze durch die Straßen. Ihnen folgen in Schwarz gekleidete Büßer, die eine Christusfigur vor sich hertragen, gefolgt von kostbar gewandeten kirchlichen Würdenträgern. An den folgenden Osterfeiertagen schlemmen die Korsen und lassen sich das traditionelle Osterlamm und das Osterbrot Cacavelli schmecken.

 

Karneval auf Korsika: Faschingshochburg Sartène

Die Kleinstadt Sarténe mit ihren mehrstöckigen Häusern aus dunklem Granit ist die Karnevalshochburg Korsikas. Bis in das Jahr 1930 lassen sich die närrischen Aktivitäten im Hinterland der korsischen Küste zurückverfolgen. Mit der Gründung des Festkomitees im Jahr 2001 gab es erstmals offizielle Organisatoren der Umzüge. Anders als in anderen Karnevalshochburgen auf der Welt finden die Faschingsumzüge in Sartène nicht zwischen Karnevalssonntag und Aschermittwoch statt, sondern Ende April und Anfang Mai. Markenzeichen der Festumzüge sind die fantasievollen Masken und schrillen Kostüme. Die Karnevalsumzüge in Porto-Vecchio, Corte und einigen kleineren Dörfern an der Ostküste finden im klassischen Karnevalszeitraum im Februar statt.