Calanches de Piana - Felsenlandschaft

Calanches de Piana

Hoch über der Bucht von Porto liegt mit den Calanches de Piana eine bizarre Felslandschaft aus rotem Granitgestein, die aufgrund ihrer einzigartigen Gesteinsformationen im Jahr 1983 von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt wurde.

Die wild zerklüftete Berglandschaft der Calanches de Piana ist eine surrealistisch wirkende Welt aus rotem Felsgestein. 400 m über der Bucht von Porto liegt die verwunschene Bergregion zwischen dem Küstenort Porto und dem malerischen Dorf Piana. Die bizarren Felsen sind Teil des regionalen Naturparks Korsika, der im Jahr 1972 gegründet wurde. Die Steinwüste besteht aus rotem Granitgestein, das im hellen Sonnenlicht einen rosafarbenen Schimmer annimmt und im Schein der untergehenden Sonnen blutrot leuchtet. Eine mystische Stimmung legt sich in diesen Stunden über die zerfurchte Bergwelt mit ihren Türmchen, Säulen, Zacken und monolithischen Felsblöcken. Durch diese zauberhafte Welt aus Stein windet sich eine schmale Straße, die Piana mit Porto verbindet. Die kurvenreiche Strecke führt an klaffenden Abgründen entlang und an einigen Stellen treten die roten Granitfelsen bedrohlich nah an die Fahrbahn heran.

 

Tafoni: Bizarre Felsformationen in der Calanches de Piana

Eine außergewöhnliche Attraktion in den Calanches de Piana sind die sogenannten Tafoni. Dabei handelt es sich um eine Verwitterungsform der Felsen, die auf Korsika nur in dieser Bergregion vorkommt. Seit Jahrtausenden nagen Wind, Regen und Sonne an der Oberfläche der Granitfelsen. Auf diese Weise entstanden seltsame Figuren, die der französische Dichter Guy de Maupassant treffend mit „einer versteinerten Menagerie von Albträumen“ beschrieb. Tatsächlich weisen einige Felsformationen erstaunliche Ähnlichkeiten mit Lebewesen und Gegenständen auf. Wer genau hinsieht, entdeckt in den roten Granitfelsen einen Hundekopf, ein Herz, eine Schildkröte, einen Indianerkopf und die Schwingen eines Adlers.

 

Wanderung zum Capo d'Orto

Oberhalb des Dorfes Piana liegt der 1.294 m hohe Berg Capo d'Orto, von dessen Gipfel sich eine beeindruckende Aussicht auf den Golf von Porto öffnet. In der Ferne ist die Halbinsel La Scandola zu erkennen, die wie die Calanches de Piana zum UNESCO-Weltnaturerbe erklärt wurde. Auf dem Weg zum Gipfel durchqueren Sie die bizarre Felsregion der Calanches de Piana und passieren Pinien- und Steineichenwälder. Im oberen Bereich markieren Steinmännchen den Weg bis zur Bergspitze. Im Sommer sollten Sie wegen der Mittagshitze möglichst früh zum Gipfel des Capo d'Orto aufbrechen. Festes Schuhwerk und ein Wasservorrat dürfen auf dieser Wanderung nicht fehlen.

 

Chemin des Muletier: Der alte Maultierpfad

Unvergessliche Eindrücke von den Calanches de Piana gewinnen Sie auf dem alten Maultierpfad Chemin de Muletier, der am Sportplatz in Piana seinen Anfang nimmt. Teilweise besteht der Untergrund aus grob behauenem Felsgestein. In den Abendstunden leuchten die Felsformationen glutrot auf, bevor die Sonne hinter dem Horizont versinkt. Für den Rundweg benötigen Sie rund eine Stunde, wobei der letzte Teil des Weges an der engen Landstraße entlangführt. Der Einstieg in den Maultierpfad kann von verschiedenen Punkten an der Straße erfolgen. Eine blau-weiße Markierung weist den Weg bis zum Chateau Fort. Dabei handelt es sich um einen mächtigen Granitblock, der von außen einer genuesischen Festung gleicht. Auf dem Weg kommen Sie unter anderem am Hundekopffelsen Tete du Chien vorbei.